Norbert Kiening malt Farbstürme, er entwickelt in seinem Umgang mit Formen eine Manier, die der reinen Farbfeldmalerei entstammt. So entsteht der Eindruck von Rhythmen in Dur oder Moll, die Farbe substituiert Form, in sinnlich reflektierter Malerei.           (Fridolin Haugg)                       


Aktuell:    


Kunstverein Senden, 31. Schwäbische Grafikausstellung 2016 bis 13.03.2016

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Norbert Kiening - Malerei, im Kongress am Park Göggingerstraße 10, 86159 Augsburg
Gesellschaft für Gegenwartskunst e. V. —  ab 22. Juni 2015 — geöffnet während der Veranstaltungen,
 Information: Kongress am Park



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Sonderpreis Zeichnung 2015 der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren

im Rahmen der 27. Ausstellung „Schwäbische Künstler in Irsee“

der Berufsverbände Bildender Künstler in Schwaben und der Schwabenakademie Irsee

für die Zeichnung »throw away«, Bleistift auf Passepartoutkarton, 70 x 100 cm, 2015

von Norbert Kiening (Diedorf)



Begründung der Jury

Werk – Kiening hat »throw away« ungemein kraftvoll mit Grafit und Schneidewerkzeug geschaffen. Dabei nutzt er die ganze breite Palette der Härtegrade der Bleistifte. Um Dichte und Tiefe in der Zeichnung zu erzielen, setzt er Linolwerkzeug, Radiergummi und Radiernadeln ein, schneidet aus dem grafitdunklen Grund weiße Linien heraus, um diese erneut einzuschwärzen und dunkle Vertiefungen zu gewinnen. Kiening liebt es, diese technischen Möglichkeiten voll auszureizen und den zwei Millimeter starken Karton bis an die äußersten Grenzen der Belastbarkeit zu strapazieren. „Kein anderes Papier hält diese Behandlung aus“ (Kiening). Mit diesen Techniken der Oberflächengestaltung sucht die Zeichnung, in die dritte Dimension vorzudringen. Mit Papp- und anderen Wischstiften verreibt Kiening den Grafit, sodass die Linien zu hellgrauen Strichen verwischen. Zugleich überarbeitet er weiche Grafitpassagen mit hartem Bleistift wie mit einem Polierwerkzeug und erzielt auf diesem Weg besondere Flächen im Bild, die sich glänzend von der Umgebung abheben. Dieser Glanz erschließt sich dem Auge in seiner reichen Ausdifferenzierung aber erst dann, wenn der Betrachter das Bild aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Mit Linien Strukturen schaffen, sie zu Strichen verwischen, mit Schnitten Dichte und Tiefe erzielen, mit Lichtreflexen die Effekte von Glanz erzeugen und dem Werk gleichsam eine Metaebene von großer Intensität zu verleihen, darin besteht für Kiening die wahre Lust in der zeichnerischen Kunst.

Typisch für Kienings Arbeitsweise ist, dass zu Beginn der Arbeit an einem Werk kein Sujet oder Thema steht, sondern der Wille des Künstlers, sich technisch weiterzuentwickeln, neue Möglichkeiten der Bildwirkung auszuprobieren, das Spektrum zeichnerischen Schaffens zu erweitern und, darauf aufbauend, über die Technik zum Thema zu kommen. Die Bildidee entwickelt sich im prozesshaften Verlauf des Arbeitens mit Karton, Grafit, Schneidewerkzeug und Stiften; sie kristallisiert sich erst in einem späten Stadium zu einem Bildtitel aus.

Das handwerklich äußerst präzise gearbeitete Werk besticht zunächst durch die expressiv kraftvolle Dynamik unkontrolliert wirkender Strichführung, welche die engen Grenzen des Bildträgers sprengen zu wollen scheint. Das im Titel ganz abstrakt genannte »throw away« wird auf bildkünstlerisch kongeniale Weise ungegenständlich ausgeführt. Hier wird nicht irgend etwas weggeworfen, sondern es geht um das Wegwerfen als solches. Zwei schwarze, mit streng zeichnerischen Mitteln generierte Flächen beschreiben eine Bewegung, die mittig links ihren Ausgang nimmt, sich sodann in wilden Strichen auf hellem Grund aufzulösen scheint, um sich sogleich wieder zum unteren Bildrand hin in einem Kraftstau zu ballen, der über die Grenzen des Bildträgers hinausbricht, schließlich jedoch wieder „die Kurve kriegt“, sich nach rechts oben wendet, dabei an brachialer Dynamik verliert und sich zuletzt wieder in die Bildträgerfläche einhegen lässt.


Dr. Markwart Herzog, Direktor der Schwabenakademie Irsee

Preisverleihung in der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren, 12.5.2015



Malerei + Holzschnitt,  Norbert Kiening
                            Galerie Beate Berndt, Thommstraße 28 (Am Fischertor), 86153 Augsburg
                            10.12.2014 - 14.02.2015 / Do. + Fr. 16 - 19 Uhr und Sa. 11 - 14 Uhr


Zwischenräume, 2014 Öl/Acryl - Mischtechnik 190 x 230 cm



Fokus
: 1. Preis Wettbewerb Kunst am Bau / Sparkasse Donauwörth



Holzschnitt Grande Motte  /  Kunstpreis der Stadt Krumbach 2011   88 cm x 108 cm                                                    (Fotos Kiening)